Heizungsbauer, Gastwirt und Skispringer. Geboren 1921, Gestorben 1997
Es war ein Paukenschlag, als 1933 beim Schauspringen auf der Schattenbergschanze der 12-jährige Sepp Weiler mit der Tagesbestnote von 291,2 Punkten die Gesamtkonkurrenz gewann. Sepp steigerte sich immer weiter und siegte schließlich auch bei den "Jungmannen" beim reichsoffenen Sprunglauf am Schattenberg 1937. Mit 17 Jahren war er 1938 Teilnehmer an den Skiweltmeisterschaften im finnischen Lahti und gewann 1939 das Osterspringen in Zakopane (Polen).
Krieg, Soldat, Fronteinsatz, Abordnungen zu sportlichen Großveranstaltungen:
1941 mit Sprüngen von 70,5 und 71 Metern Sieger am Bergisel in Innsbruck und 4. Platz bei den Kriegs-Skiweltmeisterschaften in Cortina d' Ampezzo. 1944 Sieger beim Länderspringen in Borsafüredi (Ostkarpathen),
Alle Sportvereine, die dem „NS-Reichsportamt für Leibesübungen“ unterstellt sind, wurden 1945 von den Besatzungsmächten aufgelöst. Heini Klopfer und Sepp Weiler drängten Gustl Seeweg zur Neugründung des SC Oberstdorf, die im Oktober 1945 erfolgt. Die marode Schattenbergschanze wurde restauriert und Sepp gewann darauf das Neujahrsspringen 1946. Er eilte von Sieg zu Sieg und gewann mit zweimal 80 Metern auf der Olympiaschanze in Partenkirchen, wurde 1947/48/49/50 Allgäuer und 1950 Deutscher Sprunglaufmeister. Sepp siegte im Winter 1949/50 in Serie bei 20 Springen, was ihm von der Presse den Titel „Springerkönig“ einbrachte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg waren deutsche Sportler über Jahre vom internationalen Sportgeschehen ausgeschlossen und mussten bei den Olympischen Winterspielen 1948 und bei Springen auf Großschanzen im Ausland zusehen. Das Oberstdorfer Springertrio Weiler – Klopfer – Brutscher gab den Anstoß und drängte auf den Bau einer Großschanze, die nach den Plänen von Heini Klopfer 1949/50 in Oberstdorf entstand.
Sepp und seine Springerkameraden tingelten mit Bauchladen durch Deutschland und verkauften bei sportlichen Großveranstaltungen "Bausteine", Streichhölzer und Halstücher mit stilistisch dargestellten Motiven der Großschanze. Für einen Tag hielt Sepp 1950 dort mit 133 Metern auch den Weltrekord.
Nach der Olympiade 1952 in Oslo, wo Sepp Achter wurde, zog er sich vom aktiven Sport zurück. An der Stelle seines Ruhmes, der Skiflugschanze, betrieb er über Jahre das Flugschanzenstüble, welches auch heute noch dort steht.