Mario Seidl läuft ein einsames Rennen zum Sieg

Überragender Wettkampf für den Führenden im FIS-Sommer Grand Prix und Podestplätze für Rießle und Frenzel
Ganz tollen Sport erlebten die mehr als 4000 Zuschauer beim zweiten Wettkampf des FIS-Sommer-Grand-Prix in Oberstdorf, obwohl es seit langen das erste war ohne den Lokalmatador Johannes Rydzek auf einem Podestplatz. Eine absolute Glanzleistung zeigte der Träger des Gelben Trikots, Mario Seidl (AUT). Der Führende im Sommer Grand Prix lag nach dem Springen mit einem Vorsprung von 22 Sekunden vor den Japanern Aktio Watabe und Takehiro Watanabe (+ 0:44). Die Deutschen Fabian Rießle und Eric Frenzel lagen da schon relativ weit abgeschlagen auf den Plätzen 7. und 8. und einem Abstand auf Seidl von 1:26 Minuten.
Was dann folgte, war eine unglaubliche Aufholjagd der zähen Verfolger. Am Start-Ziel-Sieg des überragenden Österreichers, der an der Spitze sein einsames Rennen lief, war zwar nicht zu rütteln. Aber die beiden Deutschen machten Runde um Runde Zeit gut. Der Druck auf die beiden Japaner an den Positionen 2 und 3 sowie auf Maxime Laheurte (FRA) auf Rang 4 und den Fünften Tomas Portyk (CZE) wurde immer größer und einer nach dem anderen musste sich geschlagen geben. In der dritten Runde hatte das starke deutsche Duo schließlich auch Watabe geschluckt. Der letzte Durchlauf brachte dann die endgültige Auflösung des spannenden Rennens um die Podestplätze: Platz 1 für Mario Seidl gefolgt von Fabian Rießle und einen dritten Platz für Eric Frenzel. Nur noch 22 Sekunden trennten da die beiden Deutschen vom Sieger.
Lokalmatador Johannes Rydzek war nach einem mäßigen Sprung nur auf Platz 19 gelandet und hatte sich dadurch einem Rückstand von 2:22 min eingehandelt. Umso beachtlicher war auch seine beherzte Aufholjagd, die ihn am Ende den 9. Platz (+1:15,6) bescherte. Eine tolle Leistung zeigte auch der Vinzenz Geiger, der auf dem 10. Platz lief. (+ 1:17,6). Björn Kircheisen (+1:41,6) kam ebenfalls noch unter die Top 15.
Nach dem Rennen gab sich Sieger Mario Seidl mehr als zufrieden darüber, dass er trotz einer Erkältung eine solch fantastische Leistung abgeliefert hatte. Das Nachtrennen von Oberstdorf beschrieb er so: „Die Abfahrt nach dem Stadion ist reichlich dunkel und man wird ziemlich schnell, aber dafür ist die Stimmung an der Strecke umso besser“.
Fabian Rießle freute sich darüber, dass der Plan, richtig Druck nach vorn zu machen, aufgegangen war. „Wir sind sehr schnell losgegangen und ich war in der dritten und vierten Runde schon richtig platt. Wir haben gehofft, Mario noch einzuholen, aber er war heute einfach zu stark“.
Eric Frenzel lobte die Stimmung während des Sommer-Grand-Prix, die ihn ein bisschen an die Tour de France erinnere. „Das waren tolle Rennen mit einem tollen Publikum, bei dem man sich für die großartige Unterstützung nur bedanken kann“.